Gasbeleuchtungsanstalt

Gasbeleuchtungsanstalt unweit des Hallesches Tores, Stahlstich von Finden nach einer Zeichnung von J.H.Hintze, um 1830

Die ersten Gasbeleuchtungsanlagen wurden Anfang des 19. Jahrhunderts in den Hochburgen der englischen Industrie, in Soho bei Birmingham und in Manchester, eingerichtet.
Die Gasbeleuchtung war auschließlich Fabrikbeleuchtung. Doch schon bald kam die Idee auf, aus einer zentralen Produktionsstätte mittels Leitungsröhren Konsumenten mit Gas zu versorgen.
“London wurde innerhalb weniger Jahre die erste weitgehend mit Gas versorgte Großstadt. (…) Mitte der 1820er Jahre waren die meisten großen Städte auf Gas umgerüstet, in den späten 1840er Jahren hatte die Industrie auch die Kleinstädte und sogar die Dörfer erfasst.
Die Entwicklung in Frankreich und Deutschland war unvergleichlich langsamer. (…)
Die englische Imperial Continental Gas-Association, eigens als Exportunternehmen gegründet, richtet in den 1820er Jahren Gasanstalten in Hannover, Berlin, Aachen, Kön und Wien ein. Obwohl sich bald die heimische Industrie regte, waren bis 1850 doch erst 24 Gasanstalten in Betrieb genommen.”(1)

1825/1826 Die ‘Imperial-Continental-Gas-Association’ baut im Auftrag des preussischen Innenministeriums unweit des Halleschen Tores zwischen der Stadtmauer und dem Landwehrgraben die erste Gasbeleuchtungsanstalt in Berlin.
1826 Mit der von der englischen ‘Imperial-Continental-Gas-Association’ eingerichtete Gasbeleuchtung der Straße Unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zur Schloßbrücke erhält Berlin als erste deutsche Stadt, zwölf Jahre nach London, eine moderne Straßenbeleuchtung.
1833 waren bereits 12,5 deutsche Meilen (dt.Meile – 7.532,50 m) Rohre verlegt und 1789 öffentliche sowie 4500 private Gaslichter angeschlossen.
1845-1847 Da 1846 der Vertrag mit der englischen ‘Imperial-Continental-Gas-Association’ ausläuft und die Verhandlungen des Magistrats mit ihr und den königlichen Behörden zu keinen befriedigenden Ergebnis führen, läßt die Stadtverwaltung durch den Ingenieur Blochmann am Stralauer Platz und vor dem Kottbuser Tor zwei neue Gaswerke bauen und ein städtisches Gasnetz anlegen.
Finanziert wird das Unternehmen durch 1,5 Millionen Taler Stadtobligatonen.
1847 die öffentlichen Straßen und Plätze sowie eine Teil der Privathäuser werden erstmals mittels Stadtgas aus den städtischen Gaswerken beleuchtet. (2)