Friedrich Ludwig Jahn und die Militarisierung der Leibesübungen

In der deutschen Erinnerungskultur ist Friedrich Ludwig Jahn (11. August 1778 bis 15. Oktober 1852), genannt der „Turnvater“, omnipräsent. Jahn prägt die deutschen Stadtpläne, denn mehr als 1100 Straßen tragen den Namen Friedrich Ludwig Jahns. Damit gibt es mehr Jahn- als Schillerstraßen. Jahndenkmäler und Jahnbüsten zieren in kaum überschaubarer Zahl deutschsprachige Felder und Fluren, Turnhallen […]

Rüstungsbetriebe in Kreuzberg

Die Bemühungen von Großkonzernen und [Nationalsozialisten], die deutsche Wirtschaft auf den Krieg vorzubereiten, hinterließen auch in den kleinen und mittelständischen Betrieben Kreuzbergs Spuren. Der Berlin-Historiker Dieter Hoffmann-Axthelm schreibt in dem Aufsatz „Geschichte und Bedeutung der Kreuzberger Mischung“: „Erst 1936/37 schlug das Rüstungsprogramm auf die Kreuzberger Situation durch. Das geschah über die neue Flugzeugindustrie. Diese hatte […]

Die Frühjahrs- und Herbstparaden auf dem Tempelhofer Feld

Im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit standen in Berlin die auf das Paradefeld führende Bellealliancestraße und vor allem die dort gelegene Kaserne des 1. Garde-Dragoner-Regiments, in der viele Angehörige der Kaiserfamilie ihre Pferde bestiegen. Die Ritualisierung der militärischen Ausbildung im Paradezeremoniell Das zeremonielle Herzstück des nationalen Militärkultes, die Truppenparaden vor dem jeweiligen Staatsoberhaupt, entstand als Ergebnis […]

Die Lanze und die Geschichte des Schocks

Wir haben sie, die Lanze, diese Königin der blanken Waffen, für unsere gesammte Kavallerie, und inniger Dank erfüllt uns für diesen neuen Beweis weitblickender Fürsorge, unseres Allerhöchsten Kriegsherrn um die Vervollkommung der Gefechtskraft unserer Reiter. (1 – Militärwochenblatt, 1890) Lanze. Die Lanze, welche bei der Bevorzugung des Karabiners infolge der nach dem Krieg 1870/71 anerkannten […]

Dreyse-Zündnadelgewehr

Seit ihrem ersten Auftauchen im 14. Jahrhundert werden Feuerwaffen von der Mündung aus geladen. Das Standardprogramm endloser Drills seit Moritz von Oranien: Umdrehen des Laufs, Abbeißen der Pulverpatrone, Einfüllen des Pulvers in die Mündung, Eintreiben des Geschosses mit dem Ladestock, waagrecht Stellen des Gewehrs, Zündkraut Aufschütten, Spannen, usw.. Gewehre von hinten zu laden, wie sie […]

Zur Geschichte des Panzers

… Capitaine de Poix notierte: “ ..oft habe ich unsere Infanterie mit sehr großer Begeisterung in den Angriff fahren sehen, und dann plötzlich wurde sie durch ein unerwartetes Maschinengewehr niedergemäht, so daß das Schlachtfeld in wenigen Minuten mit Leichen bedeckt war.“ Dieser tapfere Capitaine hatte dann eine geniale Idee, um die Stellung der Truppen auf […]

Momentfotografie und ihr militärischer Nutzen

»Es galt einen unbrauchbaren Maulesel zu vernichten, und man wollte diese Gelegenheit benützen, um die Empfindlichkeit der Gelatineplatten zu demonstrieren. Hierzu wurde dem Thiere eine Dynamitpatrone vor den Kopf gebunden und ein photographischer Apparat gegen dasselbe gerichtet. Dieselbe electrische Leitung brachte die Patrone zur Explosion und löste den Momenverschluß der Camera aus. « (Josef Maria […]

Das Pferd und das analytische Bild

Mit solchen modernen analytischen Aufnahmen wurde 1885 die optimale Gangart und Schrittfolge der Pferde für die Dienstvorschriften ermittelt. „Das preussische Kriegsministerium machte sich die Vorteile dieser neuen Errungenschaft zuerst dienstbar und erteilte Anschütz den Auftrag, hunderte Serien von Pferden in regel- und unregelmäßigen Gangarten aufzunehmen.“ Etienne-Jules Marey, Die Chronophotografie, Berlin 1893 siehe auch: http://geschichtsmaterialien.dragonerareal.org/momentfotografie/

Disziplin

Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft Die Disziplinierung und die Versachlichung der Herrschaftsformen. Die Bedeutung der Disziplin und der Ursprung aus der Kriegsdisziplin Die rationale Disziplin ist inhaltlich nichts anderes als die konsequent rationalisierte, d.h. planvoll eingeschulte, präzise, alle eigene Kritik bedingungslos zurückstellende, Ausführung des empfangenen Befehls, und die unablässige innere Eingestelltheit ausschließlich auf diesen Zweck. […]