Zur Konstruktion des Bismarck -Mythos und -Kultes

Neben Denkmäler für Kaiser und andere Nationalheroen rankte sich um den Fürsten Bismarck ein besonderer Denkmalskult. Über 500 Gedenk-Tüme und -Stätten wurden zu dessen Ehre und Gedenken geplant, Hunderte sogar gebaut. Dabei gab es zum Anfang des Neunzehnten Jahrhunderts gerade eine Handvoll weltlicher Denkmäler. So wurde das Individuum Bismarck im Symbol für die Unerschütterlichkeit und […]

Friedrich Ludwig Jahn und die Militarisierung der Leibesübungen

In der deutschen Erinnerungskultur ist Friedrich Ludwig Jahn (11. August 1778 bis 15. Oktober 1852), genannt der „Turnvater“, omnipräsent. Jahn prägt die deutschen Stadtpläne, denn mehr als 1100 Straßen tragen den Namen Friedrich Ludwig Jahns. Damit gibt es mehr Jahn- als Schillerstraßen. Jahndenkmäler und Jahnbüsten zieren in kaum überschaubarer Zahl deutschsprachige Felder und Fluren, Turnhallen […]

Rüstungsbetriebe in Kreuzberg

Die Bemühungen von Großkonzernen und [Nationalsozialisten], die deutsche Wirtschaft auf den Krieg vorzubereiten, hinterließen auch in den kleinen und mittelständischen Betrieben Kreuzbergs Spuren. Der Berlin-Historiker Dieter Hoffmann-Axthelm schreibt in dem Aufsatz „Geschichte und Bedeutung der Kreuzberger Mischung“: „Erst 1936/37 schlug das Rüstungsprogramm auf die Kreuzberger Situation durch. Das geschah über die neue Flugzeugindustrie. Diese hatte […]

Die Frühjahrs- und Herbstparaden auf dem Tempelhofer Feld

Im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit standen in Berlin die auf das Paradefeld führende Bellealliancestraße und vor allem die dort gelegene Kaserne des 1. Garde-Dragoner-Regiments, in der viele Angehörige der Kaiserfamilie ihre Pferde bestiegen. Die Ritualisierung der militärischen Ausbildung im Paradezeremoniell Das zeremonielle Herzstück des nationalen Militärkultes, die Truppenparaden vor dem jeweiligen Staatsoberhaupt, entstand als Ergebnis […]

Die Lanze und die Geschichte des Schocks

Wir haben sie, die Lanze, diese Königin der blanken Waffen, für unsere gesammte Kavallerie, und inniger Dank erfüllt uns für diesen neuen Beweis weitblickender Fürsorge, unseres Allerhöchsten Kriegsherrn um die Vervollkommung der Gefechtskraft unserer Reiter. (1 – Militärwochenblatt, 1890) Lanze. Die Lanze, welche bei der Bevorzugung des Karabiners infolge der nach dem Krieg 1870/71 anerkannten […]

Dreyse-Zündnadelgewehr

Seit ihrem ersten Auftauchen im 14. Jahrhundert werden Feuerwaffen von der Mündung aus geladen. Das Standardprogramm endloser Drills seit Moritz von Oranien: Umdrehen des Laufs, Abbeißen der Pulverpatrone, Einfüllen des Pulvers in die Mündung, Eintreiben des Geschosses mit dem Ladestock, waagrecht Stellen des Gewehrs, Zündkraut Aufschütten, Spannen, usw.. Gewehre von hinten zu laden, wie sie […]

Entstehung des modernen Fließbandes

Das Fließband, das 1913 bei Ford zum ersten Mal zum Einsatz kam, wurde zum Synonym für eine ganze Epoche der Industrialisierung. Weniger bekannt ist, dass die Assembly Line nichts weiter war als eine Adaption der so genannten Disassembly Line, die 1862 in Cincinnati erfunden wurde. Während an der Assembly Line zusammengebaut wurde, verwendete man die […]

Anhalter Bahnhof – die Anfänge

In Friedrich Lists Plänen für ein deutsches Eisenbahnsystem war Leipzig der Mittelpunkt: von der Messestadt gingen denn auch die ersten deutschen Fernstrecken aus (nach Dresden 1839, nach Magdeburg 1840 eröffnet). In Berlin bildete sich 1836 ein Comite zur Gründung einer Aktiengesellschaft, die schnellstmöglich eine Eisenbahn in Richtung Leipzig-Dresden (Sachsen) realisieren sollte. Die Regierung in Berlin […]

Entwicklung der Eisenbahn in Berlin

Mit dem Beginn der ersten großen Industrialisierungswelle, die in Deutschland etwa in den Jahren 1820-1840 einsetzte, kam es auch in Berlin zu einem immer größeren Zustrom von Menschen, auf den diese Stadt aufgrund ihrer spezifischen Geschichte weder verkehrstechnisch noch städteplanerisch vorbereitet war.(…) Berlin verdankte sein industrielles Wachstum zunächst dem Eisenbahnbau, der einerseits Berlin neue Märkte […]