Einblicke in Berliner-Wohnungselend 1901-1920

Die Aufnahmen sind Teil einer Wohnungsuntersuchung, die die Berliner Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker (ab 1914 die AOK) von 1901 bis 1920 bei ihren Patienten durchgeführt hat. Ziel des Unternehmens war es, durch wissenschaftlich fundierten Nachweis und Veröffentlichung des bereits längst erkannten Zusammenhangs zwischen Wohnen und Krankheit zu einer Veränderung der […]

Zur Konstruktion des Bismarck -Mythos und -Kultes

Neben Denkmäler für Kaiser und andere Nationalheroen rankte sich um den Fürsten Bismarck ein besonderer Denkmalskult. Über 500 Gedenk-Tüme und -Stätten wurden zu dessen Ehre und Gedenken geplant, Hunderte sogar gebaut. Dabei gab es zum Anfang des Neunzehnten Jahrhunderts gerade eine Handvoll weltlicher Denkmäler. So wurde das Individuum Bismarck im Symbol für die Unerschütterlichkeit und […]

Friedrich Ludwig Jahn und die Militarisierung der Leibesübungen

In der deutschen Erinnerungskultur ist Friedrich Ludwig Jahn (11. August 1778 bis 15. Oktober 1852), genannt der „Turnvater“, omnipräsent. Jahn prägt die deutschen Stadtpläne, denn mehr als 1100 Straßen tragen den Namen Friedrich Ludwig Jahns. Damit gibt es mehr Jahn- als Schillerstraßen. Jahndenkmäler und Jahnbüsten zieren in kaum überschaubarer Zahl deutschsprachige Felder und Fluren, Turnhallen […]

Rüstungsbetriebe in Kreuzberg

Die Bemühungen von Großkonzernen und [Nationalsozialisten], die deutsche Wirtschaft auf den Krieg vorzubereiten, hinterließen auch in den kleinen und mittelständischen Betrieben Kreuzbergs Spuren. Der Berlin-Historiker Dieter Hoffmann-Axthelm schreibt in dem Aufsatz „Geschichte und Bedeutung der Kreuzberger Mischung“: „Erst 1936/37 schlug das Rüstungsprogramm auf die Kreuzberger Situation durch. Das geschah über die neue Flugzeugindustrie. Diese hatte […]

Die Frühjahrs- und Herbstparaden auf dem Tempelhofer Feld

Im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit standen in Berlin die auf das Paradefeld führende Bellealliancestraße und vor allem die dort gelegene Kaserne des 1. Garde-Dragoner-Regiments, in der viele Angehörige der Kaiserfamilie ihre Pferde bestiegen. Die Ritualisierung der militärischen Ausbildung im Paradezeremoniell Das zeremonielle Herzstück des nationalen Militärkultes, die Truppenparaden vor dem jeweiligen Staatsoberhaupt, entstand als Ergebnis […]

CHOLERA-EPIDEMIE in Berlin im Jahre 1866

Bei der CHOLERA-EPIDEMIE in Berlin im Jahre 1866 erkrankten über 8000 Menschen, von denen 5457 starben.Besonders betroffen war die Tempelhofer Vorstadt wie dem amtlichen Bericht zu entnehmen ist. Auszüge aus dem Bericht (die alte Schreibweise wurde beibehalten): Am härtesten wurde das 31. Revier betroffen, das den südlichsten Theil der Stadt einnimmt, in seiner ganzen Ausdehnung […]

Industrialisierung

Modernisierung war (…) zweihundert Jahre lang gleichbedeutend mit Industrialisierung. Das, was wir »moderne Gesellschaft« nennen und im 18. Jahrhundert in Europa und Nordamerika entstanden war, ist untrennbar mit der industriellen Revolution verbunden, welche die Agrarwirtschaft verdrängte. Adam Smith hat 1776 in ‚Der Wohlstand der Nationen‘ als erster Ökonom diesen tiefgreifenden Wandel skizziert. Ermöglicht durch technische […]

Die moderne Wohnungsnoth: Signatur, Ursachen und Abhülfe, Ernst Engel 1873

Die Ausarbeitung des Bebauungsplanes für Berlin, – richtiger des Straßenplanes von Berlin, – ohne daß diese Straßen wirklich angelegt wurden, hat eine große Zahl von Flächen zwar nicht der Bebauung erschloßen, denn die Straßen existierten nur auf dem Papier, wohl aber hat er den Inhabern dieser Flächen Veranlassung gegeben, Baustellenpreise dafür zu fordern, und er […]

Bebauungsplan für Berlin und seine Umgebungen von 1862

Nach seinem Hauptverfasser, dem Baumeister für Wasser-, Wege- und Eisenbahnbau James Hobrecht, wird er Hobrecht-Plan genannt. Es handelte sich um einen Fluchtlinienplan, der festlegte, welche Grundstücke bebaut werden durften und welche für Straßen und Plätze freizuhalten waren. Er ist so etwas wie die Matrix der kaiserzeitlichen Großstadt geworden, man spürt es bis heute, wenn man […]

Vogtland um 1846

Die Obdachlosigkeit ganzer Familien ist in der Regel nur von kurzer Dauer. Sie sind nicht imstande, sich lange, wenn sie bis dahin herabgesunken, dem Auge der Gesellschaft und ihrer beauftragten Organe zu entziehen. Die nächste Stufe zur Obdachlosigkeit einer Familie ist das Wohnen derselben in den vielerwähnten Familienhäusern des Vogtlandes. Diese großen, nackten Gebäude, welche […]