Besetzung eines seit Jahren leerstehenden Gebäudeteils auf dem Dragonerareal

re / 30.06.20

„Canan Bayram [Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen] bezeichnete im Gespräch mit dem »nd« den Strafantrag der BIM als »falsch«. Es sei notwendig, dass ein landeseigenes Unternehmen »über seine Politikerinnen und Politiker verhandelt« und dies nicht mit dem Strafantrag auf die Polizei abschiebe.“
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138445.dragoner-areal-her-mit-dem-jugendzentrum.html

Am 28.06.20 wurde ein seit Jahren leerstehender Gebäudeteil auf dem Dragonerareal besetzt. Die Besetzer*innen kamen aus dem Umfeld der selbstverwalteten Jugendzentren Drugstore/Potse.

„Der Drugstore ist das älteste selbstverwaltete Jugendzentrum Berlins. Es wurde im September 1972 im Berliner Ortsteil Schöneberg eröffnet und ermöglicht seitdem Jugendlichen Veranstaltungen und Konzerte selbst durchzuführen. (…) Im Jahr 2008 verkaufte die BVG [Eigentümer des Gebäudes in dem sich sowohl Drugstore und Potse befinden] im Zuge des Umzugs in die neue BVG-Zentrale das Gebäude an der Potsdamer Straße 180 an ein Investorenkonsortium. Ein Weiterverkauf der Investoren an eine Firma der Intown Gruppe führte schließlich zur Kündigung der Räume durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg zum 31. Dezember 2015. Die Kündigung konnte um mehrere Jahre verschoben werden.
Anfang Januar 2019 endete der Mietvertrag für die Räume beider Jugendzentren in der Potsdamer Straße 180 endgültig.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Drugstore_(Berlin)

Eine Intervention behandelt oft den Antagonismus zwischen Macht und Machtlosigkeit.
Polizei im Kiezgarten

Das Gebäude wurde sofort von der Berliner Polizei umstellt, die Zugänge zum Dragonerareal wurden abgeriegelt. „Nach längeren Verhandlungen, die unter anderem die grüne Bundestagsabgeordnete Canan Bayram und Harald Gindra, Abgeordneter der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus führten, wurde klar, dass die BIM zu keinen Verhandlungen bereit ist“ (nd). Die landeseigene BIM stellte am 29.6. einen Strafantrag. Daraufhin räumte die Polizei die Blockade vor dem Haus und beendete die Besetzung.

Polizei vor der Adlerhalle

Leerstand auf dem Dragonerareal:

Weisse Flächen: Leerstand
Quelle: https://ag-urban.de/wp-content/uploads/2019/11/Gewerbekonzept_Dragonerareal_AG.URBAN_web_final_barrierearm.pdf

10.000 m² auf dem Dragonerareal stehen teilweise seit über 10 Jahren leer. Argumentiert wird, dass die leer stehenden Gebäude als Lager und Zwischennutzung für Gewerbetreibende während der Bauphase genutzt werden sollen.

Die Fertigstellung eines Bebauungsplans wird für Ende 2022 erwartet. Wann dann ein Baubeginn erfolgen wird steht in den Sternen.

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